©Milan - stock.adobe.com - Spatzen an der Tränke

Kleine Tiere

Gastbeitrag von Sr. Irmgard Richter - Evangelische Stadtmission Freiburg e.V.

Manchmal streift mich der Gedanke, was kleine Tiere erleben, Spatzen z.B. (Über
Fliegen denke ich weniger nach.) In meiner Nachbarschaft gibt es einen großen
Schwarm von Spatzen. Ich sehe oft, wie die kleinen Spätzchen auf der Straße hocken
und gefüttert werden von ihren Eltern. Die brüten bis zu dreimal im Jahr, bis zu sieben
Eiern jeweils. Was wird mit all diesen Vögeln? Sie schlüpfen, sie wachsen auf,
irgendwann sterben sie. Ich sehe viel weniger tote Spatzen als junge Spatzen.
Wo bleiben die alle? Solange sie leben, sind sie wie jedes Lebewesen interessiert
daran, Nahrung zu finden und einen Platz zu haben in der Welt. Ich höre den Lärm der
Spatzen, und wenn ich mir vorstelle, dass jedes es gut haben will, dann frage ich mich,
wer kümmert sich darum? Wer fragt überhaupt danach?

Jesus hat gesagt, dass Gott keinen Spatzen vergisst und dass kein einziger vom Himmel
fällt, ohne dass der Vater im Himmel es weiß.* Irgendwie tröstet mich das. Nicht nur
im Blick auf die Spatzen, sondern im Blick auf jedes Lebewesen, auch mich.
Ich denke, dass Gott alles Lebendige im Blick hat, auch wenn sonst niemand es sieht,
wenn niemand daran denkt, wenn es sonst keinen interessiert. Gott sieht es.
Gott versorgt es. Allein, weil es geschaffen wurde, allein weil es in der Welt ist, ist es
auch wertgeachtet.

 

* Matthäus-Evangelium, Kapitel 10,29-31 „Nicht einmal ein Spatz, der doch kaum etwas wert ist, kann tot zu
Boden fallen, ohne dass euer Vater es weiß. Selbst die Haare auf eurem Kopf sind alle gezählt. Deshalb habt
keine Angst; ihr seid Gott kostbarer als ein ganzer Schwarm Spatzen.“